Sachliteratur und Ratgeber

Selbstvertrauen - Stark im Alltag

Charlotte Goldstein   |   Trias: Stuttgart 2016

Menschen, die von sich überzeugt sind und dementsprechend selbstbewusst auftreten, scheinen die Widrigkeiten des Lebens oftmals schneller und ohne größeren Schaden zu überstehen. Sie vertrauen auf sich und ihre Fähigkeiten, Schwierigkeiten meistern zu können, sind sich ihrer Stärken und Schwächen bewusst und lassen sich von Ängsten nicht überwältigen. Sie besitzen ein gesundes Selbstvertrauen.

Im besten Fall erwerben wir das Fundament des Selbstvertrauens bereits als Kinder, indem wir uns in neue Situationen begeben, auch mal ein Risiko eingehen und für unseren Mut und unser Verhalten gelobt werden. Aber auch als Erwachsene können wir lernen, unser Selbstvertrauen zu stärken, aufzubauen und weiter zu entwickeln.

In dem Ratgeber 'Selbstvertrauen – Stark im Alltag' erläutert Charlotte Goldstein, aus welchen Komponenten sich unser Selbstvertrauen zusammensetzt. Sich selbst anzunehmen und wertzuschätzen, sich auf die eigenen Fähigkeiten besinnen und sich selbst zu vertrauen sind die Grundbausteine für ein stabiles Selbstvertrauen. Dies bedeutet auch, sich entsprechend darzustellen, zu den eigenen Werten und Meinungen zu stehen und sie klar zu vertreten.
Zu jedem der Bereiche gibt es Erläuterungen, Selbsttests und vor allem viele kluge Anregungen und Anleitungen zu Übungen. Der Ratgeber kann als Hilfe zur Selbsteinschätzung genutzt werden, als Unterstützung zum Aufbau oder der Verstärkung einzelner Bereiche oder als Quelle für Ideen und Mutmacher, etwas Neues auszuprobieren.

Die Autorin hat aus den Erkenntnissen der humanistischen und positiven Psychologie und der Erfahrung aus ihrer langjährigen Arbeit als Beraterin und Coach eine praxisnahe, lebendige Anleitung geschrieben, die Lust macht, sich dem eigenen Selbstvertrauen mal etwas genauer zuzuwenden.

 

 


Als Paar getrennt – als Eltern zusammen. Wie eine gemeinsame Erziehung nach der Trennung gelingt.

J. Willems, B. Appledoorn, M. Goyens | Patmos: Stuttgart 2015

Die Beendigung einer Partnerschaft bedeutet Veränderung, nicht nur für die beteiligten Erwachsenen, sondern auch für ihre Kinder. Die räumliche Trennung, der Streit der Eltern und der damit verbundene Loyalitätskonflikt, die Ungewissheit, wie sich ihr Leben danach gestaltet, sind die Themen, mit denen sich Kinder in dieser Situation konfrontiert sehen.Das niederländische Autorenteam zeigt, wie der Übergang zu einer neuen Lebensform gelingen kann, ohne dass Kinder in einen Loyalitätskonflikt geraten und Ängste vor der Zukunft wach gerufen werden.Ein zentraler Punkt sind die offen ausgetragenen Konflikte, die mit dem Ende einer Beziehung einhergehen und auch darüber hinaus weiter ausgetragen werden. Sie belasten die Kinder, die sich aufgefordert sehen, Partei zu ergreifen und dabei die Gewissheit verlieren, dass beide Elternteile sie vorbehaltlos lieben und für ihre Sicherheit sorgen.Ängste rücken in den Vordergrund, wenn sich Kinder in der Unsicherheit sehen, nicht zu wissen, wie sich ihr Leben verändern wird. Wie wird es sein, wenn die Eltern nicht mehr zusammen wohnen, steht ein Wohnungs- und Schulwechsel an, werden sie weiterhin Kontakt zu Freunden und Verwandten haben, können sie ihren gewohnten Lebensrhythmus beibehalten?

Die Autoren empfehlen, den Kindern so viel Klarheit wie möglich zu geben und – altersgemäß aufbereitet – ihnen die notwendigen Informationen zu geben, sobald die Trennung der Eltern beschlossen ist.

In einem ausführlichen Teil werden die Vor- und Nachteile der verschiedenen Lebensmodelle (Einelternfamilie mit Besuchswochenenden, Wechsel- und Nestmodell) erörtert und mit Fallbeispielen aus der Praxis beschrieben. Auch die Gestaltungsmöglichkeiten von Patchworkfamilien werden mit einbezogen.

Im Fokus des Ratgebers steht das Wohl der Kinder. Anregungen, wie ihnen aufkeimende Ängste genommen und wie sie die veränderte Situation am besten bewältigen können, ist der rote Faden dieses Buches.

Gefühle im Griff. Wozu man Emotionen braucht und wie man sie reguliert

Sven Barnow | Springer: Berlin, Heidelberg 2014

Gefühle geben uns wichtige Hinweise: Geht es uns gut, fühlen wir uns gerecht behandelt oder erleben wir eine Situation als gefährlich und bedrohend? Sie beeinflussen unser Denken und unsere Handlungen. Aber auch unsere Gedanken und Vorstellungen haben wiederum eine Auswirkung auf unsere Gefühle. Fühlen wir uns durch ein unfreundliches Wort angegriffen und verletzt oder bewerten wir es als schlechte Laune unseres Gegenübers? Unsere Interpretation der Situation wird sich auf unsere Stimmung auswirken.

Über lange Zeit anhaltende negative Gefühle sind anstrengend, sie beanspruchen unsere Aufmerksamkeit und ziehen viel Energie ab (über Vorfälle grübeln, sich in Rage denken). Sie verhindern konstruktive Problemlösungen, fördern depressive Verstimmungen und den Verlust an Lebensfreude.

In 'Gefühle im Griff' wird ein Selbsthilfeprogramm vorgestellt, mit dem gelernt werden kann, überdauernde negative Emotionen in ein ausgeglichenes Maß zu bringen. 

Zuerst einmal geht es darum, Gefühle genauer wahrzunehmen und konkreter zu bezeichnen, sie in Verbindung zu setzen mit körperlichen Reaktionen und Denkmustern. Bisher verwendete Strategien werden aufgespürt und Übungen angeboten, um Veränderungen im Umgang mit belastenden Gefühlen einzuleiten. Dazu gehören auch Techniken, die eine Neubewertung schwieriger Situationen fördern, sowie konkrete Hinweise zu hilfreichen Problemlösungsmethoden.

Aus einer Fülle von Forschungsergebnissen hat Sven Barlow ein praxisnahes, auch für Laien gut verständliches Informations- und Arbeitsbuch entwickelt, das zeigt, dass man Gefühlen nicht hilflos ausgeliefert sein muss.


Alles Familie! Vom Kind der neuen Freundin vom Bruder von Papas früherer Frau und anderen Verwandten.

Alexandra Maxeiner und Anke Kuhl | Klett Kinderbuch: Leipzig 2013 (4. Aufl.)


Der Titel des Buches sagt bereits deutlich, um was es hier geht: nämlich um alle Familienformen, die man sich nur denken kann: Von der sogenannten Bilderbuchfamilie, bestehend aus Mama, Papa und Kind(ern), über Alleinerziehende, Großfamilien, Patchworkfamilien in ihren verschiedenen Mixturen, Regenbogen- und Adoptivfamilien bis hin zum Einzelkinderglück, Geschwisterstreit und die Möglichkeit, die gleiche Nase wie Opa abzukriegen.

Es wird z.B. die Situation von Leonie geschildert, die bei ihrer Mutter lebt und den Vater, der weit weg wohnt, nur in den Ferien sieht oder der Alltag von Carla und Moritz, die eine Woche bei zwei Mamas und die nächste
bei zwei Papas leben.

Es wird erklärt, dass nicht alle Kinder Mama oder Papa sagen, sondern dass es von Sprache zu Sprache ganz unterschiedlich ist. Die in deutschen Märchen "bösen“ Stiefeltern sind in Frankreich die "schönen" Eltern, in Schweden die "Plastikeltern".

Berühmte Bluts- und Wahlverwandtschaften werden erklärt, das Vorkommen vererbter Merkmale und andere Eigenarten, die Familie ausmachen.

In dem Buch finden sich die unterschiedlichsten Kinder in verschiedensten Familienkonstellationen wieder. Der Stil ist erfrischend, nicht belehrend, für kleine Kinder ist das nur 32 Seiten lange Buch sicher zu viel Information am Stück, größere können besser folgen und ziehen schnell Parallelen zur eigenen Familie.

Ein Kinderbuch? Eher ein kindgerechtes Sachbuch und eine gut geeignete Hilfe für Erwachsene, um das eigene Familiensystem zu erklären und es in Beziehung zu anderen Formen des Zusammenlebens zu setzen.


Trennung ohne Rosenkrieg - Ein psychologischer Wegweiser.

Gisela Hötker-Ponath  |  Klett-Cotta : Stuttgart 2012


Wenn eine Trennungsabsicht ausgesprochen wird, gibt es meist bereits eine längere Vorgeschichte in der Partnerschaft, eine Zeit in der sich zumindest eine/r der Beteiligten unglücklich oder unzufrieden fühlt. Wenn Wünsche nach Veränderung nicht gehört oder realisiert werden, kommt es zu einer "emotionalen Abwärtsentwicklung", die negativen Seiten gewinnen mehr an Bedeutung, positive Erfahrungen verlieren ihre Bedeutung.

Die Paar- und Familientherapeuthin Gisela Hötker-Ponath nennt diejenigen, die den Trennungsprozess einleiten 'die Trennungsaktiven', diejenigen die sich bereits seit längerem zumindest in ihrer Phantasie aus der Beziehung lösen. Sie haben also einen Vorsprung im Trennungsgeschehen, den die überraschten und nicht vorbereiteten Partner/innen erst noch beschreiten müssen.

Hötker-Ponath befasst sich mit beiden Seiten und beleuchtet was zu unterschiedlichen Zeiten in den sich trennenden Paaren vorgeht, was in verschiedenen Phasen hilfreich sein kann und welche Aufgaben, sowohl emotional als auch auf der sachlichen Ebene, bei einer Trennung anstehen.

Einbezogen werden ebenfalls die Auswirkungen auf Kinder, die sich mit dem veränderten familiären Leben zurecht finden müssen und Unterstützung benötigen. 'Trennung ohne Rosenkrieg' ist ein kluger Ratgeber, der aus der Erfahrung mit Paaren, die sich trennen, entstanden ist und genau dies auch widerspiegelt: Er ist praxisnah und greift die Themen auf, die sich bei der Auflösung einer Beziehung und der neuen Lebensituation für alle Beteiligten ergeben.

Eingebunden sind Beispiele, Checklisten, anschauliche graphische Darstellungen, ein Anhang mit hilfreichen Adressen und eine Literaturliste.


Wenn der Traum von Familie platzt. Ein Mutmachbuch bei Trennung und Scheidung.

Ramona Jakob  |  Kösel: München 2012


Schon der Titel dieses Ratgebers hebt sich von vielen anderen Sachbüchern zum Thema Trennung und Scheidung ab: Mit einer Trennung geht etwas zu Ende, das so hoffnungsvoll begonnen hat. Selbst wenn es daheim bereits kriselt und der Alltag recht ungemütlich abläuft, aus der Fernsehwerbung erfahren wir trotzdem Abend für Abend, wie eine glückliche Familie aussieht: Heitere, sorgenfreie Familienfrühstücke auf der sommersonnigen Terrasse und gemeinsame Abendessenvorbereitungen in bester Laune.

Mit dem Eingeständnis, dass eine Trennung unumgänglich ist, wird jedoch ebenfalls die Hoffnung begraben, dass auch wir diesen idyllischen Zustand irgendwann einmal in unserem Familienleben erreichen werden. Statt dessen stehen ganz andere Dinge an, es müssen Entscheidungen getroffen werden, die durchaus langfristige Auswirkungen haben und das in einer Zeit, in der die Emotionen auf einer unbekannten Achterbahn unterwegs sind.

All das hat Ramona Jakob selbst erlebt, sie kennt die Verzweiflung und Trauer, wenn eine Liebe endet, die Sorgen, wie die Kinder die Veränderungen möglichst unbeschadet überstehen können, die schlaflosen Nächte, die gefüllt sind mit Zukunftsängsten, das Gefühl, nicht mehr selbst über den Verlauf des eigenen Lebens bestimmen zu können, sondern überrumpelt worden zu sein.

Lebendig und kompetent hat sie all das zusammengetragen, was ihr in dieser Situation geholfen hat und was es zu beachten gibt. Sachliche Aspekte (Finanzen, Umzug), aber auch der Umgang mit den eigenen Gefühlen, den Reaktionen der Kinder, die Gestaltung der Kontakte zum ehemaligen Partner und Überlegungen zur Neuorganisation des Alltags werden angesprochen und mit Beispielen aus dem, was sie selbst erlebt hat, verdeutlicht. Gerade auch an letzterem ist erkennbar, dass hier tatsächlich jemand schreibt, die weiß, wovon sie spricht.


Mit Buddha die Trennung meistern.

Petra Biehler  |  Gräfe und Unzer: München 2009, mit Übungs-CD 


Die emotionale Bewältigung einer Trennung verläuft in der Regel in Wellen. Vom schwarzen Gedanken ("Ich werde nie mehr Freude empfinden") bis zum euphorischen Hochgefühl ("Natürlich schaffe ich das allein") kann die Stimmung vor allem in der Anfangsphase nicht nur tage-, sondern auch stundenweise hin- und herkippen. Da hinein mischen sich meist auch Gefühle und Erfahrungen aus längst vergangenen Kindheitstagen, die den Trennungsschmerz erhöhen können, mit dem der Partner jedoch ursächlich nichts zu tun hat.

Die Psychologin und Psychotherapeutin Petra Biehler beschreibt das verwirrende Gefühlsdurcheinander, das durch den Schmerz und den Verlust, der bei einer Trennung erlebt wird, zugleich einfühlsam und informativ. Die anstehende Trauerarbeit wird anhand von Beispielen aus der Praxis, aber auch aus Erlebnissen ihres eigenen Lebens illustriert.

Um den notwendigen Prozess der Trennungsbewältigung zu unterstützen, stellt sie eine Kombination von westlicher Psychologie und östlicher Philosophie vor, der Arbeit mit dem 'Inneren Kind', unterstützt durch kontemplative und meditative Verfahren. Die Orientierung im Hier und Jetzt, die Achtsamkeit ist der Leitgedanke, der die beiden Richtungen verknüpft, die Meditationsübungen sind ein Mittel zur Aktivierung und Stabilisierung der positiven Selbstbeeinflussung.

Der Ratgeber ist praxisorientiert, präsentiert das Wesentliche in gut nachvollziehbaren Abschnitten, die Übungen sind auch für Anfänger/innen leicht verständlich und einfach auszuführen.


Probier's mal anders! Zehn Strategien, die Ihr Leben verändern

Bill O'Hanlon  |  Carl Auer: Heidelberg 2007


Wenn die Gedanken immer wieder um ein und dasselbe Problem kreisen, wenn Sie schon mehrere, leider erfolglose Versuche unternommen haben, etwas in Ihrem Leben zu verändern, wenn Sie bemerken, dass Ihnen Ihre Strategien in Konfliktsituationen nicht viel weiterhelfen, kann es sich lohnen, einen Blick in "Probier's mal anders!" zu werfen.

Bill O'Hanlon ist Psychotherapeut, Ehe- und Familienberater und Vertreter einer lösungsorientierten Kurzzeittherapie, d.h. für ihn liegt der Fokus nicht darauf, wie ein Problem entstanden ist, sondern was wir tun können, um jetzt (nicht morgen, nicht in einem halben Jahr) etwas daran zu verändern.

Einer seiner Kernsätze leuchtet sofort ein: "Es ist idiotisch, immer wieder dasselbe zu tun und trotzdem unterschiedliche Ergebnisse zu erwarten".

Dies ist kein neuer Gedanke, das ist logisch, wir können zustimmend nicken. Und trotzdem: Wir nehmen uns zum wiederholten Male vor, mehr Sport zu treiben, doch dieser gute Vorsatz versickert nach ein paar Wochen im Sande. Wir reden mit den immer gleichen Argumenten auf den Partner ein, obwohl dies noch nie zu einer länger dauernden Änderung geführt hat. Lernen wir etwas daraus oder werden unsere Anliegen mit der Zeit nur lauter vorgetragen, unsere Sportpläne beharrlich immer wieder neu gefasst?

O'Hanlon setzt auf kleine Verhaltensänderungen, nicht auf große, ausgetüftelte Pläne. Er empfiehlt, sich die Situationen genau anzuschauen ('Was würden Sie Meryl Streep raten, wenn sie Sie in dieser Situation darstellen sollte?'), um dann das eigene Drehbuch um eine Variante zu verändern.

Seine Anregungen sind erfrischend einfach, anregend und leicht umzusetzen, sie sind teilweise originell ('Bevor Sie nachts den Kühlschrank plündern, ziehen Sie sich Ihre schönsten Schuhe an'), vor allem aber pragmatisch.

Im Original heißt der schmale Ratgeber: 'Do One Thing Different' – das kann man doch mal riskieren!


Liebeskummer. Wenn das Herz zu brechen droht.

Silvia Fauck / Helga Felbinger  |  Piper: München 2009


Fast niemand bleibt davon verschont, Liebeskummer hat wohl jeder Mensch mindestens einmal im Leben erlebt. Ob hoffnungslose Teenagerverliebtheit oder eine Trennung nach vielen gemeinsamen Jahren: Zurückweisung tut in jedem Alter weh und auch Lebenserfahrung und Klugheit schützt nicht vor diesem Leid. Wie stark ausgeprägt der Liebeskummer ist, hängt von vielen Faktoren ab. Nicht zuletzt von den Wünschen und Erwartungen, die an die Partnerschaft geknüpft worden sind und die mit dem Ende der Beziehung nun auch wie ein Kartenhaus zusammenfallen.

Akuter Liebeskummer ist ein bisschen wie Zahnschmerz. Alle Gedanken und Empfindungen sind darauf gerichtet, der Schmerz steht im Vordergrund und will sich nicht ablenken lassen. Wie die Zunge es nicht lassen kann, immer wieder zum schmerzenden Zahn zu wandern, kreisen bei Liebeskummer die Gedanken unaufhörlich um die Person, die für diesen seelischen Schmerz verantwortlich zu sein scheint.

Silvia Fauck und Helga Felbinger beschreiben im ersten Teil ihres Ratgebers, was Liebeskummer kennzeichnet. Im zweiten Teil beschäftigen sie sich damit, was in diesen Zeiten am besten zu tun ist. Einfach abschalten kann man ihn nicht, aber es gibt durchaus unterstützende Maßnahmen und hilfreiche Handlungen, die das Elend abmildern können. Zu finden sind zahlreiche Tipps, angefangen beim Essverhalten bis hin zu Hinweisen über den Umgang mit der vielen freien Zeit. Sehr nützlich sind die Anregungen für den Freundeskreis, was an Unterstützung hilfreich sein könnte oder besser unterlassen werden sollte. Die eingefügten Checklisten und Quicktests sind ähnlich wie bei Zeitschriften etwas grobkörnig und sollten nicht allzu ernst genommen werden, können aber vielleicht selbst bei heftigem Liebeskummer für ein paar Minuten Spaß machen. 


Er steht einfach nicht auf dich. Warum Frauen nie verstehen wollen, was Männer wirklich meinen.

Greg Behrendt / Liz Tuccillo  |  Blanvalet : München 2006 

Nein, ihr könnt nicht Freunde bleiben! Es heißt Schluss machen, weil dann Schluss ist.  

Greg Behrendt / Amiira Ruotola-Behrendt  |  Blanvalet : München 2007

[Als Taschenbuch unter dem Titel Schieß ihn einfach auf den Mond!: Es heißt Schluss machen, weil dann Schluss ist erschienen]


Greg Behrendt, Berater für die Serie 'Sex and the City', in der sich vier Freundinnen von Folge zu Folge um ihre Beziehungen oder auch Nichtbeziehungen drehen, hat in dieser Zeit als einziger Mann in einem rein weiblichen Team gearbeitet. Zu seiner Verwunderung und wohl auch Irritation hat er festgestellt, dass seine Kolleginnen zwar wohlmeinende, aber letztlich falsche Annahmen über das Verhalten und die Äußerungen von Männern hegen. Gemeinsam mit seiner Kollegin Liz Tuccillo (Band 1) und später mit seiner Frau Amiira Ruotola-Behrendt (Band 2) hat er es sich zum Ziel gesetzt, hier Abhilfe zu schaffen.

Für Greg Behrendt ist es eine Tatsache, dass Männer unangenehme Gespräche - vor allem solche, bei denen Tränen fließen könnten – gerne vermeiden.

Was also macht jemand (hier: männlich), der eine Beziehung beenden will, aber den alles entscheidenden, jedoch konfliktträchtigen Satz 'Ich will nicht mehr' nicht verwenden möchte? Er könnte versucht sein, sich still und leise zu verziehen, in der Hoffnung, dass 'Aus dem Auge, aus dem Sinn' hier seine Berechtigung findet.

Das funktioniert jedoch nicht, wenn Verbindlichkeiten bestehen, denen man nicht so einfach aus dem Weg gehen kann (Kinder, gemeinsame Wohnsituation, finanzielle Verpflichtungen). Um sich eine unangenehme Konfrontation zu ersparen, greift dann am besten die Vernebelungstaktik. Aus einem klaren 'Nein, ich liebe dich nicht mehr. Nein, ich möchte nicht mehr mit dir zusammen leben" wird ein "Ich weiß nicht, ich brauche mehr Zeit/Raum/Distanz', 'Es ist mir jetzt alles zu viel'. Laut Behrendt bedeutet dies nur schlicht: Nein, danke! Ausbleibende Telefonanrufe, verpasste Verabredungen, das Vermeiden von gemeinsamen Unternehmungen, das fehlende Interesse am Leben der Partnerin – ebenfalls Synonyme für: Nein, danke!

Der Vorteil dieser Methode ist, dass sie Platz lässt für Interpretationsmöglichkeiten, für freundliches (und hoffnungsvolles) Verständnis der Partnerin und die Möglichkeit bietet, sich relativ unbeschadet aus der Gefahrenzone heraus zu bringen.

Der erste Band beschäftigt sich hauptsächlich mit der Übersetzung all der Signale, die nichts Gutes für eine Beziehung bedeuten, die Frauen aber gerne übersehen oder entschuldigen, weil der Partner ja eine schlimme Kindheit hatte, beruflich überlastet ist oder leider nie gelernt hat, seine Gefühle zu artikulieren.

Der zweite Band setzt nach erfolgter Trennung ein und warnt vor Aktionen, die zwar kurzfristig Erleichterung verschaffen, aber langfristig für das eigene Wohlbefin-den nicht zuträglich sind und schlägt statt dessen Maßnahmen vor, die das angeschlagene Selbstwertgefühl stabilisieren sollen.

Beide Bände sind in erster Linie an junge und jung gebliebene Leserinnen gerichtet, die Spaß an flapsiger Sprache haben und sich auch nicht davon abschrecken lassen, dass sie alle paar Seiten mit 'Ladies', 'Hey Süße' und 'Schatz' angeredet werden. Wen der überbordende Sprachstil nicht stört, findet sicher einige nützliche, spitzzüngig formulierte, durchaus alltagstaugliche und erhellende Hinweise.

Sowohl 'Er steht einfach nicht auf dich', als auch 'Es heißt Schluss, weil dann Schluss ist" richtet sich ausdrücklich an Leserinnen. Für männliche Trennungsleidende gibt es jedoch am Ende des zweiten Bandes einen Spezialservice: Dort wird auf 8 (!) Seiten noch einmal alles Relevante in schön knapper Form zusammengefasst zusammengefasst, was auf den vorausgegangenen 308 (!) Seiten für Frauen ausgebreitet wurde. 


Trotz aller Liebe. Wie überstehen wir den Seitensprung?

Maureen Luyens / Alfons Vansteenwegen  |  Carl Auer Verlag Heidelberg 2006


Die niederländischen Paar- und SexualtherapeutInnen Maureen Lyens und Alfons Vansteenwegen haben sich einem Thema angenommen, das viele Paare beschäftigt: die Beziehung zu einer dritten Person.

Für einige Paare ist dies der Anfang vom Ende, für andere der Auslöser, sich damit zu befassen, wie es denn in der eigenen Beziehung aussieht. Die Autoren setzen an einem dritten Punkt an: Was passiert eigentlich, wenn einer der Partner sich einem anderen Menschen zuwendet?

Durch ihre langjährige Arbeit mit Paaren wurden sie auf einen typischen Verlauf aufmerksam, der sich in sieben Phasen beschreiben lässt. In jeder dieser Phasen - von der anfänglichen Verliebtheit des einen Partners über die Entdeckung der Außenbeziehung durch den anderen bis zur Ver-arbeitung und Entscheidung, wie es weitergehen soll – gibt es viele verschiedene Reaktions- und Handlungsmöglichkeiten. In dem Gefühlschaos jedoch, in dem sich häufig beide Partner befinden, ist es schwierig, einen kühlen Kopf zu bewahren.

Das Psychologenpaar beschreibt daher die einzelnen Phasen, erläutert was passiert und gibt Hinweise zu einem konstruktiven Umgang mit der neuen Situation. Nicht die Affäre selbst muss zwangsläufig die bestehende Partnerschaft bedrohen, vielmehr ist die Ursache, aber auch der Umgang miteinander entscheidend bei dem anstehenden Verarbeitungsprozess. Schnelle Entscheidungen, aus der momentanen Verliebtheit oder der Verletzung heraus, sind selten gut durchdacht und langfristig tragfähig. Mit ihrem Ratgeber wollen sie dazu beitragen, den Beteiligten eine klarere Sicht zu verschaffen.


Mit Druck richtig umgehen

F. John / G. Peters-Kühlinger  |  Haufe Taschenguide : Planegg 2006


Der Haufe Verlag ist bekannt für Fachbücher aus dem Wirtschaftsbereich und richtet sich nach eigenem Bekunden an einen Kundenkreis aus Unternehmern, Selbstständigen und Freiberuflern. Menschen in Trennungs- und Scheidungssituationen gehören also nicht zur Zielgruppe des Verlages. Aber trotzdem kann es sich lohnen, sich das eine oder andere Minibuch aus der Reihe Taschenguide einmal näher anzuschauen.

Da finden sich Themen, die auch im Alltagsleben durchaus ihre Relevanz haben oder gerade in Trennungs- und Scheidungsverhandlungen hilfreiche Anregungen geben. 'Mit Druck richtig umgehen' heißt ein Titel und dort finden sich Erklärungen, wie 'Druck' entsteht, warum Personen unterschiedlich darauf reagieren, wie man damit umgeht und welche Vorkehrungen getroffen werden können.

Das alles wird in knapper, leicht verständlicher und gut strukturierter Form präsentiert, so dass auch ungeduldige Leserinnen in kurzer Zeit einige Tipps für sich finden werden, wie mit dem Druck besser umzugehen ist.

Auch andere Bände aus der Taschenguide-Serie können sich als nützlich erweisen. Da gibt es Titel wie 'Sich durchsetzen', 'Entscheidungen treffen', 'Selbstmanagement' 'Manipulationstechniken erkennen und abwehren' usw., also Themen, die nicht nur den Wirtschaftssektor betreffen, sondern auch in anderen Bereichen interessant sind. Ein kleines Manko allerdings gibt es: alle Beispiele kommen aus dem Berufsleben, aber mit ein bisschen Phantasie lassen sie sich auch gut auf innerfamiliäre und alltägliche Situationen anwenden.


Wenn der Partner geht... - Wege zur Bewältigung von Trennung und Scheidung

Doris Wolf  |  PAL: Mannheim 2001 (13. Aufl.)


Verlassen zu werden ist eine schmerzliche Erfahrung, die so überwältigend sein kann, dass der Alltag kaum mehr zu schaffen ist.

Die Psychotherapeutin Doris Wolf beschreibt in ihrem Ratgeber den Trennungsprozess differenziert und schlägt konkrete Hilfsmaßnahmen vor. Sie unterscheidet vier Phasen, die durch unterschiedliche Befindlichkeiten und daher auch durch unterschiedliche Anforderungen gekennzeichnet sind.

Die Stärke dieses Buches ist, dass diese Phasen Schritt für Schritt, einfach und doch detailliert erläutert und mit Anregungen und Aufgaben verknüpft werden, an denen man sich entlang hangeln kann.

'Wenn der Partner geht...' ist bereits 1985 das erste Mal erschienen und ist sicherlich heute genauso aktuell und hilfreich wie damals. Ein kleines Manko hat dieser Ratgeber jedoch: Der Anhang, in dem weiterführende Literatur und Adressen aufgelistet sind, wurde bisher nicht überarbeitet. Die Angaben sind unzureichend, zum Teil veraltet und daher nur mit Vorsicht zu betrachten. 


Die etwas gelassenere Art, sich durchzusetzen. Ein Selbstbehauptungstraining für Frauen.

Barbara Berckhan  |  Dtv: München, 2001 (neuere Ausgabe: Heyne: München, 2003)


Ein klares freundliches, aber bestimmtes 'Nein' zu formulieren fällt nicht immer leicht. Besonders Frauen nicht. Die Wahrung eigener Grenzen, Wünsche und Kritik zu äußern, den eigenen Standpunkt ohne Wenn und Aber zu vertreten, das bereitet oftmals Unbehagen, weil es die vermeintliche Harmonie stören könnte. Barbara Berckhan zeigt auf, warum Frauen oft schon davor zurückschrecken, laut und deutlich ihre Meinung zu sagen, warum sie sich selbst im Weg stehen, wenn es darum geht, für sich etwas durchsetzen zu wollen.

Die zwölf anschaulich beschriebenen Selbstbehauptungsschritte in diesem kleinen Ratgeber machen deutlich, woran Frauen immer wieder scheitern, aber auch, wie sie sich selbst aus dieser selbstgebastelten Falle befreien können.

'Die etwas gelassenere Art, sich durchzusetzen' ist erfreulich praxisorientiert, gemischt mit gutem, leicht nachvollziehbarem Hintergrundwissen. Anhand von Beispielen und Übungsschritten kann nachvollzogen werden, warum so manche Kommunikation schief läuft und wie es besser gehen könnte. Das macht Lust, gleich mal etwas in die Tat umzusetzen. Also: Ausprobieren! 


Die Emotionsfalle. Vom Triumph des weiblichen Verstandes.

Cheryl Benard / Edit Schlaffer  |  Fischer: Frankfurt 2003


Emotionen: Frauen nehmen sie bei sich und anderen schnell wahr, haben keine Angst vor ihnen, können über sie sprechen, sie analysieren, kategorisieren und sie als wichtigen Bestandteil menschlicher Kommunikation identifizieren.

Warum, so fragen Benard und Schlaffer provokant, findet so viel Vorsprung auf dem Gefühlssektor nicht seinen Widerhall im alltäglichen Miteinander, ganz zu schweigen von den großen Problemen der Menschheit? 

Liegt es tatsächlich nur daran, dass Männer im Bereich Gefühle nicht mitziehen und ihre Gefechte auf einer anderen Ebene austragen? Oder liegt es auch daran, dass Frauen zwar die Überlegeneren in Fragen der Gefühle sind, sich aber mehr von ihnen leiten lassen anstatt sie als Seismographen klug einzusetzen?

Mit ironischer Selbstkritik sezieren die beiden Soziologinnen den Umgang mit Gefühlen und plädieren für den gezielteren Einsatz des weiblichen Verstandes. Gefühle als wichtige Informationsquelle stellen eine Bereicherung dar, sich von diesen beherrschen zu lassen treibt uns in die Emotionsfalle. 


Wenn Schuldgefühle zur Qual werden

Doris Wolf  |  PAL: Mannheim 2003


Schuldig gefühlt haben wir uns sicher alle schon einmal. Wir haben einen Fehler gemacht und wünschen im Nachhinein, wir hätten anders gehandelt. Nun haben wir zwei Moglichkeiten: Wir können eine Lehre daraus ziehen und den Fehler beim nächsten Mal vermeiden. Oder wir drehen uns im gedanklichen Karussell, zermartern uns mit Selbstvorwürfen. Die Selbstzerfleischungsmethode hat den Nachteil, dass sie uns keinen Millimeter weiterbringt, ganz im Gegenteil unsere Weiterentwicklungsmöglichkeiten hemmt und die Lernfähigkeit einschränkt.

Warum tun wir es dann trotzdem? Die Psychotherapeutin Doris Wolf erklärt im ersten Teil ihres Ratgebers die Entstehung von Schuldgefühlen, deren Wurzeln bis in die frühe Kindheit reichen und meist zum ganz normalen Erziehungsalltag gehören. Als Erwachsene haben wir viele dieser 'Du bist kein liebes Kind, wenn du...' verinnerlicht und anstelle der elterlichen Bestrafungsinstanz treten wir selbst in Aktion. Wir bewerten dabei nicht nur die Fehler, die wir gemacht haben, sondern neigen dazu, uns insgesamt in Bausch und Bogen zu verdammen.

Sich diese automatisch ablaufenden Bewertungsprozesse bewusst zu machen, ist ein erster und großer Schritt, um aus dem Schuldgefühlkarussell auszusteigen. Anhand von Beispielen und Übungen werden die Leserinnen im zweiten Teil des Buches an ihre schädlichen Denkschemata herangeführt.

Eine Variante der Schuldgefühle ist die emotionale Erpressung. Sie kommt dann zum Zuge, wenn andere versuchen, uns ein schlechtes Gewissen zu machen (oder auch: wir anderen). Typisch dafür sind Sätze wie 'Wenn du mich lieben würdest, würdest du nicht...', 'So unfair wie du dich mir gegenüber verhältst...', die uns dazu bringen sollen, uns zu verändern. Diese Strategie funktioniert selten langfristig. Wer will schon freiwillig mit bedrückenden Gefühlen und Gedanken den Verursachern nahe sein? Vermeidung und letztendlich Trennung können da als Lösungsweg verlockend erscheinen.


Warum hast du mir das angetan? Untreue als Chance

Hans Jellouschek  |  Piper: München, 2003


Die Erkenntnis, dass der Partner sein Glück in einer Außenbeziehung sucht, ist meist ein Schock. Die Öffnung der als sicher geglaubten Intimsphäre kränkt und verletzt, das Vertrauen bekommt arge Risse. Trauer, Ärger, aber auch Angst sind die beherrschenden Gefühle. Wie soll es weitergehen?

Der Paartherapeut Hans Jellouschek geht davon aus, dass "der Außenbeziehung eine Mangelsituation in der Zweierbeziehung vorausgeht" und dass die Erweiterung zu einer Dreieckskonstellation einen Versuch darstellt, diesen Mangel auszugleichen.

Existieren vor langem stillschweigend geschlossene Übereinkünfte, die vielleicht gar nicht mehr der aktuellen Situation entsprechen? Welche gegenseitigen Verletzungen haben sich über die Zeit angesammelt? Welche persönlichen Wünsche und Lebensträume sind ins Abseits geraten?

Die Krise 'Untreue' kann also auch als Chance genutzt werden, eine Bestandsaufnahme zu wagen und sich die eigenen Anteile im Beziehungsgefüge einmal genauer anzuschauen.

Jellouschek beschreibt einfühlsam, ohne jeglichen moralischen Zeigefinger, die möglichen Hintergründe einer Dreiecksbeziehung und die Rollen aller Beteiligten. Eine Aufarbeitung ohne Scheuklappen und ohne Schuldzuweisung kann zu einem Weg der Veränderung führen. Es braucht allerdings die Bereitschaft, sich auf einen längeren, durchaus auch schmerzvollen Prozess einzulassen. Ein Happy End kann nicht garantiert werden, dafür liegt die Chance im persönlichen Wachstum. Und das schadet auch Paaren nicht. 


Wenn Liebe Frauen krank macht

Andrea Micus  |  rororo: Reinbek bei Hamburg, 2003


Wir lesen es immer wieder in der Zeitung: Männer in langjährigen Partnerschaften leben länger, sind gesünder und glücklicher. Und Frauen? Ihnen geht es nicht so gut. Das Zusammenleben auf Dauer kann für sie ein Gesundheitsrisiko mit sich bringen. 

Stress, Streit, Ehebruch, Demütigungen, Lieblosigkeiten, Machtspiele und Nichtbeachtung in einer Partnerschaft sind hohe Risiken zu erkranken. Offenbar sind Frauen diesen Risiken mehr ausgesetzt als ihre Partner und bemerken die Auswirkungen oft erst nach Jahren. 

Andrea Micus beschreibt die Mechanismen, die gefährlich werden können, sie bezieht sich auf Studien, illustriert sie mit Fallgeschichten und zeigt Mittel und Möglichkeiten, aus dieser Sackgasse herauszukommen. 


Wohin mit meiner Wut? Neue Beziehungsmuster für Frauen.

Harriet Lerner  |  Fischer: Frankfurt, 2001


Wut ist ein Gefühl, das nicht unbeachtet bleiben sollte. Sie ist ein wichtiges Signal, dass etwas nicht in Ordnung ist.

Trotzdem lernen Frauen schon in Kindheitstagen, ihren Ärger zu unterdrücken, runter zu schlucken und ihn im schlimmsten Fall irgendwann gar nicht mehr wahrzunehmen. Die Signalfunktion geht verloren und statt zu fragen, was hier schief läuft, schweigen Frauen, werden traurig, depressiv, sind verletzt und entwickeln Schuldgefühle darüber, nicht gut genug zu sein.

Aber tief vergraben brodelt die Wut weiterhin, richtet sich gegen die eigene Person oder entlädt sich in einem Vulkanausbruch. Natürlich genau an der falschen Stelle, in der falschen Situation und durch die angestaute Wutmenge in einer Heftigkeit, die nicht angemessen ist.

Ein Teufelskreis beginnt. Der übermäßigen Reaktion folgen die Schuldgefühle, das Runterschlucken, die Wut auf sich selbst. 

Harriet Lerner zeigt Frauen, wie sie die Quellen ihrer Verärgerung aufspüren können, wie dieser Ärger in sinnvolle, energiespendende Kanäle geleitet werden und zu Veränderungen führen können.

'Wohin mit meiner Wut' ist 1987 erstmalig auf deutsch erschienen. Schön, dass dieser vergriffene Band wieder aufgelegt wurde. 


Erste Hilfe für die Seele. So schützen Sie sich gegen Kränkungen.

Bärbel Wardetzki  |  Kösel: München, 2003 (incl. CD)


Jeder Mensch hat den Wunsch, akzeptiert, geachtet und geliebt zu werden. Je näher uns jemand steht, umso wichtiger ist es, für diese Person eine Bedeutung zu haben und in ihrem Leben einen wichtigen Platz einzunehmen. Wer vor den Scherben einer Beziehung steht, sich verlassen und beiseite geschoben fühlt, erlebt eine Verletzung des Selbstwertgefühls. Gerade Kränkungen durch vertraute Personen fallen auf fruchtbaren Boden, da wir von ihnen eigentlich Wertschätzung und Interesse an unserem Wohlergehen erwarten. Aber auch die abfällige Bemerkung eines Kollegen oder die Arroganz einer Nachbarin kann zu einem kränkenden Ereignis führen. 

Gekränkt sind wir immer dann, wenn wir durch andere Zurückweisung und Entwertung erfahren bzw. das Verhalten der anderen als solche bewerten. Was wir als Kränkung erleben, hängt maßgeblich davon ab, wie wir uns selbst sehen und welche wunden Punkte berührt werden. Bärbel Wardetzki, Psychologin und Psychotherapeutin, hat sich auf die Spur der Kränkungen gemacht, der kleinen alltäglichen, aber auch der großen, die das Leben verändern. 'Erste Hilfe für die Seele' bietet einen Einblick, wie Kränkungen zustande kommen, wie sie wirken und wie man trotz der Verletzung konstruktiv damit umgehen kann.

Eine CD mit dem Vortrag "Kränkung - Ohrfeige für die Seele" liegt dem Buch bei.


Mut zum Erfolg. Warum Frauen blockiert sind und was sie dagegen tun können.

Susan Schenkel  |  Campus: Frankfurt, 1996 

Und jeden Tag ein bisschen böser. Das Handbuch zu 'Gute Mädchen kommen in den Himmel, böse überall hin'.

Ute Ehrhardt  |  Fischer: Frankfurt, 2000


'Eigentlich wollte ich ja....' - wer kennt diesen Satz nicht? Nicht immer sind es die äußeren Umstände, die Frauen daran hindern, genau das zu tun, was sie tun möchten. Ängste, Denkblockaden, ungeeignete Strategien, übertriebene Rücksichtnahme und noch vieles andere geistert - oftmals unbemerkt - in den Köpfen herum. Und wieder wird nichts aus unseren Wünschen, Plänen und Zielen.

Warum verhindern Frauen sich so oft selbst? Das ist die Frage, der Susan Schenkel und auch Ute Ehrhardt nachspüren. Beide Autorinnen werfen einen detaillierten Blick auf das weibliche selbstblockierende Verhalten, bieten Erklärungen, zeigen Lösungswege und machen ganz einfach Lust auf mehr Mut.

Susan Schenkel hat im ersten Teil ihres Ratgebers in leicht verständlicher Form psychologische Studien und Theorien zusammengetragen, die erklären, welche inneren Barrieren wir mit uns herumtragen und wie sie zustande kommen. Einsicht allein bringt aber noch keine Veränderung, deshalb geht es im zweiten Teil um konkrete Schritte, wie wir uns erst einmal überhaupt zum Handeln motivieren können und wie wir effizient und zielgerichtet daran gehen, unsere Pläne zu verwirklichen. 

Eine der großen Fallen, denen Frauen gerne erliegen, ist das Schielen nach dem Gipfel und zu wenig Augenmerk auf die vielen Etappen zu legen, die uns dort hinbringen. Damit berauben wir uns der Freude an kleinen Erfolgen und werden mutlos angesichts des langen Weges, der noch vor uns liegt. Susan Schenkel geht vor wie eine gute Trainerin: Sie zerlegt die Wegstrecke, setzt erreichbare Zwischenziele, gibt uns die geeignete Ausrüstung zur Hand, feuert uns an und feiert unsere Triumphe mit uns.

Auch Ute Ehrhardt bietet Erklärungsansätze, warum Frauen so leicht davor zurückschrecken, das zu verwirklichen, was ihnen vorschwebt. Sie hilft uns, unser Verhalten einmal aus einem anderen Blickwinkel zu betrachten, uns selbst auf die Schliche zu kommen. Vielleicht müssten wir um unsere Position, unser Vorhaben streiten, vielleicht könnte jemand auf uns böse sein, wir könnten einen Misserfolg einstecken? Na und? Was ist daran so schlimm?

Viele Blockaden entstehen bereits im Kopf, demotivieren und führen dazu, schon aufzugeben, bevor wir überhaupt angefangen haben. Schritt für Schritt begleitet uns Ute Ehrhardt mit Hilfe von Übungen auf dem Weg der Selbstreflexion, der Überwindung unserer inneren Hemmschwellen. Sie treibt uns an, uns nicht selbst im Wege zu stehen, eingefahrene Gleise zu verlassen und endlich einmal Mut zum - wohlüberlegten - Risiko zu zeigen.

'Mut zum Erfolg' und 'Und jeden Tag ein bisschen böser' sind beide anspornende Begleiterinnen im Buchformat. Sie machen Lust aufs Handeln, vermitteln Freude, Neugier, Spaß am Ausprobieren.


Soll ich bleiben - Soll ich gehen? Ein Beziehungs-Check.

Mira Kirshenbaum  |  Scherz: Bern, 2004


Nichts ist schlimmer, meint Mira Kirshenbaum, als in der Ambivalenz stecken zu bleiben und handlungsunfähig zu werden. Trotzdem verharren viele Paare genau an diesem Punkt und kommen zu keiner Lösung.

Was macht es so schwierig, sich zu entscheiden, ob eine Beziehung noch zu retten ist oder ob jede Hilfe bereits zu spät kommt?

Die Paartherapeutin ist davon überzeugt, dass es zum großen Teil bereits an der Methode liegt: Da wird Gutes gegen Schlechtes aufgerechnet, aber beides lässt sich vermutlich in jeder Partnerschaft finden. Manches hat mehr Gewicht als anderes, doch die Bewertung ist auch abhängig von der jeweiligen Perspektive und der gerade vorherrschenden Stimmungslage. 

Mira Kirshenbaum nimmt mit einem Fragenkatalog die Befindlichkeit der Partnerschaft näher unter die Lupe. Was zunächst recht unscheinbar in der Gestalt einzelner kleiner Fragen daher kommt, entpuppt sich als sehr brauchbares Instrument zur Klärung der Beziehungslage. 

Die kränkelnden und zum Teil schmerzhaften Stellen, aber auch die in den Hintergrund getretenen Stärken der Partnerschaft können klarer lokalisiert werden. Die Vorgehensweise verhilft zu einem schärferen Blick und unterstützt Sie somit bei der Klärung der Frage 'Soll ich bleiben - soll ich gehen'. 


Das kleine Singlewohlfühlbuch für Frauen.

Monika Richrath  |  mvg: Frankfurt 2005

 

Laut Statistischem Bundesamt steigt die Anzahl der Einpersonenhaushalte von Jahr zu Jahr, für 2004 wurden etwas über 37 % verzeichnet. Ein Single muss aber nicht zwangsläufig allein leben. Rechnet man die Menschen dazu, die zwar ohne Partner, aber mit ihren Kindern leben, so wird sich die Prozentzahl deutlich erhöhen.

Es gibt also viele Singles unter uns und dementsprechend groß ist die Ratgeberliteratur, die sich damit beschäftigt, wie sich dieser Zustand schnell beheben lässt.

Das kleine Singlewohlfühlbuch nimmt einen anderen Weg, es gibt keine Hinweise zur Partnersuche und auch keine Tipps, wie eine Trennung am besten bewältigt werden kann. Monika Richrath geht davon aus, dass Sie nach einer beendeten Partnerschaft ohne einen zweiten Erwachsenen in ihrer Wohnung leben. Was fangen Sie nun mit dem Alleinleben an? 

Zuerst einmal: Überlegen Sie, was Sie mögen, was Ihnen gut tut und was nicht. Was entspricht Ihren Bedürfnissen oder steht ihnen entgegen? Nehmen Sie Ihre Gewohnheiten unter die Lupe, nicht alle Lebensumstünde müssen so bleiben, wie sie schon immer waren. Mit vielen kleinen Beispielen als Wegweiser können Sie Ihr Leben durchforsten und Anregungen sammeln, wie sich ein Singleleben angenehm gestalten lässt und wie Stolpersteine, z.B. der altbekannte verflixte Sonntag, umschifft oder verändert werden können.

Am besten streichen Sie den Satz 'Für mich allein lohnt es sich ja nicht' gleich aus ihrem Repertoire. Scheuen Sie keine Mühe, nett zu sich zu sein.


Everybody's Darling, Everybody's Depp. Tappen Sie nicht in die Harmoniefalle!

Irene Becker  |  Campus: Frankfurt 2005 

Sanfte Selbstbehauptung. Die 5 besten Strategien, sich souverän durchzusetzen.  

Barbara Berckhan  |  Kösel: München 2006

 

Vor allem bei Frauen hält sich das hartnäckige Gerücht, eine abschlägige Antwort auf eine Bitte oder ein Ansinnen sei unfreundlich, ja sogar aggressiv und störe den Beziehungsfrieden. Wenn schon ein Nein formuliert werden muss, dann bitte nur verbunden mit ellenlangen Erklärungen, damit das Gegenüber aber auch wirklich versteht.

Wir sind also nett, lieb und sehr bemüht, eine friedliche Atmosphäre herzustellen. Das ist ein redlicher Ansatz, bringt aber auf die Dauer auch Nachteile mit sich. Andere können unsere Grenzen nicht erkennen und trampeln daher - nach unserem Empfinden - unsensibel darüber hinweg. Wir verlieren schnell die eigenen Pläne aus den Augen, kein Wunder, wenn wir bereit sind, sie für die Wünsche anderer jederzeit aufzugeben oder zu verändern. Die Erwartung, dass auch unsere Mitmenschen ebenso bereitwillig für uns da sind, wird immer wieder enttäuscht. Und nach langer Zeit des Ja-Sagen-Trainings tritt uns der Angstschweiß schon auf die Stirn, wenn wir nur an ein Nein denken.

Irene Becker und Barbara Berckhan haben sich gefragt, wie Frauen aus diesem Dilemma herauskommen, für sich selbst einstehen zu können und sich trotzdem nicht gleich als hartherziges, aggressives Wesen wahrzunehmen.

Beide Autorinnen haben ein Konzept entwickelt, in dem mit den Mythen rund ums Nein-Sagen aufgeräumt wird. Es werden konkrete Übungen angeboten. Zahlreiche Beispiele illustrieren, wie der Weg aus der Hamoniefalle (Becker) bzw. die sanfte Selbstbehauptung (Berckhan) umgesetzt werden können. 


Emotionale Erpressung. Wenn andere mit Gefühlen drohen.

Susan Forward  |  Goldmann: München 2002

 

'Wenn du mich wirklich lieben würdest, dann würdest du...- diese Holzhammermethode kann nur ein paar Mal verwendet werden, bevor sie schal und wirkungslos wird. Selbst sehr ängstliche Gemüter wittern nach einigen Wiederholungen, dass hier Manipulation im Spiel ist.

Was aber ist mit den subtileren Formen der emotionalen Erpressung? Sie sind auf Anhieb nicht so leicht erkennbar, verursachen aber trotzdem ein Gefühl des Unbehagens und geben vor allem wenig Angriffsfläche, um direkt darauf zu reagieren.

Meist ist die Anfangsphase einer emotionalen Erpressung durchaus sachlich begründet ('es wäre doch viel praktischer, wenn...'), in Phase zwei werden Einwände übergangen und unterschwellige moralische Appelle platziert ('wenn du das nicht einsiehst...). In Phase drei wird der Druck verschärft, durch Herabsetzungen ('du denkst nur an dich') und Druck ('unter dieser Voraussetzung sollten wir über mehr Distanz nachdenken'). 

Die emotionale Erpressung - in den verschiedensten Varianten - bedient sich immer einer vermeintlich plausiblen Sachkomponente, einer höheren Moral und vor allem der Angstbereitschaft des Gegenübers.

Ob wir Opfer oder Täterin sind: Das Buch der amerikanischen Psychologin Susan Forward macht sehr nachdrücklich klar, dass auf diesem Wege keine harmonische Partnerschaft zu erzielen ist.